CASTING ABC

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Was ist ein eCasting?

Bei einem eCasting nimmst Du Dich selber auf. D.h. Du bist die Casting Regie und auch Dein eigenes Studio. Du hast es in Deiner eigenen Hand und darfst hier Deiner Phantasie freien Lauf lassen. Interpretiere die erforderte Casting-Spielszene und nimm Dich dabei auf. Achte darauf, dass man Dich gut sehen und hören kann.

 

Was wird bei einem eCasting verlangt: 

  • Vorstellung: Deine Visitenkarte mit Name, Beruf, Wohnort etc.

  • Spielszene: Gibt die Casting Agentur bzw. die Produktionsfirma vor

  • Tagesaktuelle Polas: Meist ein Porträt und Ganzkörper-Foto

  • Castingsheet: Hier stehen wichtigen Informationen zum Projekt und über Dich

  • Ab und zu kommt es vor, dass Du eine Geheimhaltung unterschreiben sollst.

 

Vorteile eines eCastings:

 

  • Du kannst ortsunabhängig an vielen Castings teilnehmen kannst.

  • Du kannst selbst entscheiden, welchen Take du einreichst und Du entscheidest im Rahmen der Deadline auch, wann Du Dein Casting aufnimmst.

  • Jedes eCasting immer ein Training. Arbeite an Dir und probiere dich aus.

 

Nachteile eines eCastings

 

  • Man wird zu selbstkritisch und wiederholt die Takes zu oft. Somit verliert man eventuell die Lust auf das Casting.

  • Aufgrund der Ortsunabhängigkeit nehmen viel mehr Talente teil. Das bedeutetet dann auch mehr Konkurrenz. 

  • Ein Mehraufwand entsteht, wenn das Talent alles selber organisieren muss. Aber nur wer ein Casting einreicht, hat auch die Chance auf den Job.

 

Casting ABC

 

A:

 

Anfrage bekommst Du von deiner Agentur. Du entscheidest, ob Du Lust hast den Job zu machen oder am Casting teilzunehmen. Lies Dir bitte immer alles genau durch: Drehzeitraum und auch die Konditionen. Hast du Lust auf das Projekt!? Dann reiche ein Casting ein.

 

Abrechnung erhältst du von der Agentur oder manchmal auch direkt von der Produktionsfirma. Eine steuerliche Beratung kann ich leider nicht anbieten. Mein Ratschlag wäre aber, dass Du wenn möglich auf Rechnung arbeiten solltest. Und lege dann auch immer genügend Geld für die Steuer beiseite. Sollte der Job auf Lohnsteuer laufen, da du als Darsteller weisungsgebunden bist, dann fallen erst mal mehr Steuern an. Diese kannst Du aber in Deiner Einkommenssteuererklärung geltend machen und häufig bekommst Du hier einen Teil zurück.

 

Agenturprovision wird fällig, solltest Du die Buchung über eine Agentur bekommen haben, was fast immer der Fall ist. Üblich ist, dass die Agentur die Provision bereits im Vorfeld abzieht und Dir den Restbetrag überweist. Denk auch hier an die Steuer, die später fällig wird.

 

Artists (Make-Up and Hair Artists) - Das sind die fleißigen Menschen, mit denen Du vor der Produktion zumeist als erstes Kontakt hast. Stell dich gut mit Ihnen, denn sie sind für Dein Aussehen wichtig. Während eines Drehs oder Shootings kannst du den Profis immer vertrauen, denn sie wissen, was sie tun.

 

Ausnahme- Bewilligung bei Kindern. 

  • Kinder von 3 bis 6 Jahren: bis zu 2 Stunden täglich in der Zeit von 8-17 Uhr am Set - hier zählt die Ankunft am Set!

  • Kinder über 6 Jahre: bis zu 3 Stunden täglich in der Zeit von 8- 22 Uhr

  • Beim Jugendamt zu beantragen

  • Ebenfalls notwendig: eine Bescheinigung vom Arzt und der Schule

 

B:

 

Buyout / Folge-Buyout - Du besitzt das Recht an Deinem eigenen Bild und Deiner Stimme. Und das ist auch gut so. Dies ist übrigens vom Gesetzgeber so geregelt. 

Bei einem „Buyout“ überträgst Du als Model oder Talent vor der Kamera durch einen Vertrag die eigenen Rechte am Bild beziehungsweise auch am Ton. Zum Beispiel bei einem TV Spot, einem Fotoshooting oder sonstigen Produktionen, in denen Du zu sehen oder zu hören bist. Im Gegenzug erhältst Du in der Regel eine vorab vereinbarte Vergütung von der Produktion, dem Fotografen oder dem Auftraggeber. 

Eine Buyout-Verlängerung kommt vor, wenn der Spot oder das Foto über die vereinbarte Zeit hinaus weiter verwendet wird. Achte daher bitte auch immer selbst darauf, wie lange welcher Spot oder welches Foto eingekauft wurde. Denn auch Deine Agentur kann das mal vergessen. 

 

Briefing - Bei einem Briefing werden besondere Kundenwünsche und alle notwendigen Details zum Projekt im Vorfeld besprochen. Solltest du vor einem Shooting ein schriftliches Briefing - eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen also - erhalten, lies Dir bitte alles genau durch. Denn Vorbereitung und Professionalität ist das A und O bei einem Job.

 

Buchungsbestätigung bekommst Du von deiner Agentur, wenn der Job fix gebucht ist. Hier sollten alle Informationen zum Shooting oder dem Dreh stehen. Bitte kontrolliere die Angaben immer genau und setzte dich bei Fragen sofort mit deiner Agentur in Verbindung.

 

Best Ager sind Models und Darsteller ab einem gewissen Alter. In einigen Agenturen bereits ab 40,  meistens aber ab 50 aufwärts.

 

Body-Parts sind bestimmte Körperteile wie z.B. Hände oder Füße, die beim Dreh besonders hervorgehoben werden. Hierfür gibt es häufig Body-Part-Doubles, die dann anstelle der Hauptdarstellerin oder des Hauptdarstellers in Aktion treten.

 

Booker ist Dein Agent oder Deine Agentin. Er oder sie verhandelt die Verträge und vermittelt Dir Castings und Jobs. Kurz: Deine Kontaktperson in der Model- oder People-Agentur.

 

Buchbar ab ist der Ort, von dem Du zum Job aufbrechen wirst. In den meisten Fällen also Dein Wohnort. Es gibt Kollegen und Kolleginnen, die sind so viel beschäftigt und häufig unterwegs, da ist es dann nicht mehr der eigene Wohnort, sondern der Ort, an dem sie sich zur Zeit der Anfrage bzw. des Drehzeitraumes aufhalten.

 

Buchung - Darüber freuen sich alle am meisten. Denn dann hast du Dich für den Job qualifiziert. Manchmal gibt es auch die Direkt-Buchung. Diese erfolgt ganz ohne Casting anhand Deiner Sedcard oder Fotos.

 

Bildagentur vermarktet Fotos. D.h. wenn Du für einen Fotografen gearbeitet und deine Rechte abgetreten hast, kann es vorkommen, dass deine Fotos in einer Bildagentur landen. Dies ist eher suboptimal, wenn du im Commercial Bereich arbeiten willst. Denn das Bildmaterial steht jetzt frei zum Verkauf und kann von jedem Kunden und für fast jedes Produkt genutzt werden. Arbeite daher lieber mit Fotografen zusammen und vereinbare TFP-Shootings - siehe Test-Shooting.

 

C:

 

Close-Up ist eine sehr nahe Kameraeinstellung. Dein Gesicht und Deine Mimik stehen hier im Fokus.

 

Catwalk ist der Laufsteg. 

 

Cutdowns/Schnittversionen - Das steht meistens im Casting Sheet und damit sind die Schnittversionen gemeint. Meist heiß es da. Mit der Gage und den Buyouts sind alle Cutdowns/Schnittversionen abgegolten.

 

Call Sheet gibt Dir Auskunft darüber, wann und wo Du zu einem Fotojob zu erscheinen hast. Beim Film nennst sich das ganze Dispo. Call Sheets oder Dispos werden bis zum Vorabend der Produktion versendet. Also wundere Dich nicht, wenn du diese manchmal erst am Abend davor bekommst. 

 

Call Time ist die Zeit, an der du am Set sein sollst. Sei pünktlich, denn es warten viele Menschen an einem Drehtag auf dich.

 

Casting Sheet - Hier stehen wichtige Informationen zum Projekt und über Dich.

Classic Models sind Models mit klassischen Maßen: Frauen mit einer Größe von 1,74 m und Männer mit 1,83 m.

 

Commercial Models sind auch Werbedarsteller oder People.

 

Copyright ist z.B. das Recht an einem Bild. Solltest du mit einem Fotografen zusammengearbeitet haben, dann hat er das Copyright für die Bilder. Du solltest das dann immer mit angeben. Ob du Bilder auf Instagram oder anderen Social Media Kanälen veröffentlichen darfst, solltest Du immer vorab klären.

 

Cover ist das Titelbild einer Zeitschrift und nicht nur in der Modelwelt heiß begehrt. 

 

D:

 

Darstellervertrag gibt es meist bei gedrehten Spots. In Film und Fernsehen bekommst du immer einen Darstellervertrag. Die Kontrolle übernimmt hier deine Agentur. Ob diese nun für dich unterschreibt, weil sie eine Vollmacht hat, oder du selber, das ist von Agentur zu Agentur verschieden.

 

Drehzeitraum ist die Zeit, die angefragt wird, oder der Zeitraum, in dem die Produktion dreht. Es kann auch sein, dass im bestimmten Drehzeitraum nur ein Drehtag stattfindet, die Produktion sich aber noch nicht festlegen kann, weil z.B. noch unsicher ist, ob die Location an diesem Tag zur Verfügung steht.

 

Direkt-Buchung ist uns allen die liebste. Kein Casting, nichts… Einfach eine schöne Buchung.

 

Dispo ist so ähnlich wie das Call Sheet. Beim Film gibt es die Dispo, auf der du alle wichtigen Details zum Drehtag findest. Von der Location bis zur Info, welche Bilder an dem Tag gedreht werden inklusive Reihenfolge. Das Beste ist, es steht sogar die Mittagspause mit drauf. Aber die kann sich bekanntlich auch schon mal verschieben. 

 

E:

 

Exklusivvertrag in der Werbung oder mit der Agentur. Es kann vorkommen, dass ein Produkt oder eine Marke dich exklusiv haben möchte, z.B. für ein Molkerei-Produkt. Dann darfst du in dem vereinbarten Zeitraum keine Werbung für andere Molkerei-Produkte oder -Hersteller annehmen. Natürlich wird diese Exklusivität auch extra bezahlt. 

Genauso gibt es exklusive Verträge mit Agenturen. Dies aber meistens bei Schauspielern. Im Commercial Bereich kannst du häufig mehrere Agenturen haben, wobei eine Agentur pro Großstadt meistens ausreicht.

 

Extras / Extra Faces sind Komparsen, Kleindarsteller oder auch Statisten. Sie sind in jeder Produktion überaus wichtig, denn sie machen eine Szene lebendig und lassen sie lebensecht aussehen.

 

F:

    

Folge-Buyout wird eingekauft, sollte der Spot in eine Verlängerung gehen. Das kommt sehr häufig vor. Daher notiere Dir bitte immer Deine Buyouts im Kalender oder einer Tabelle, damit du den Überblick behältst. 

Zum Thema Buyout gibt es auch ein separates Kapitel.

 

Folgebuchung kommen vor, wenn eine Exklusivität vorliegt und ein weiterer Spot gedreht werden soll. Oder aber der Kunde war sehr zufrieden mit deiner Leistung. 

 

Fitting ist die Kostümprobe. Meist ist sie einen Tag vor deinem Commercial Dreh angesetzt. Bei TV- und Film-Produktionen häufig schon früher. Es gibt aber auch Produktionen die am Drehtag selbst fitten. 

Meist wird das Fitting nicht extra vergütet und ist mit der Tagesgage abgegolten.

Hab Deine wichtigsten Maße immer parat, wenn dich die Kostümbildnerin anruft.

Es kann vorkommen, dass sich ein Fitting auch mal hinzieht und du viele verschiedene Kleidungs-Kombinationen ausprobieren musst. Versuche aber auch hier immer relaxed zu bleiben, denn Kleider machen Leute. 

Zum Thema Kostüm gibt es auch noch ein separates Kapitel.

 

Featured Extra ist die Nebenrolle eines Spots. Es gibt den Hero, also die Hauptperson und die Featured Extras. Die Gagen sind hier unterschiedlich hoch angesetzt. Entscheide dich daher, ob du auch für FE Rollen zur Verfügung stehst. 

 

Fallback ist die Zweitbesetzung. Vor allem in den Zeiten der Corona Pandemie hat man sich verstärkt mit einem Fallback abgesichert, um Ausfällen von Darstellenden vorzubeugen. Eigentlich sehr angenehm, da Du auch als Fallback eine im Vorfeld vereinbarte Gage erhältst. Sollte die Erstbesetzung dann ausfallen, rückst Du als Fallback nach und übernimmst den Dreh. Hat die Rolle Text, solltest du diesen auf jeden Fall so vorbereiten, als würdest du tatsächlich drehen. 

Bei Kindern gibt es so gut wie immer Fallbacks.

 

G:

 

Gage (siehe Tagesgage).

 

Genussszene oder Genussmoment ist der Moment, der bei Food-Castings oft separat aufgenommen werden soll. Hier möchte man gerne in Großaufnahme sehen, wie Du das Produkt geniesst. Aber bitte nicht mit Emotionslauten übertreiben. Weniger ist hier tatsächlich mehr.

 

Gesundheitserklärung ist bei Kindern nötig. Es kommt manchmal aber auch vor, dass du für einen Dreh eine Ärztliche Bescheinigung benötigst.

 

H: 

 

Hände sind im Commercial Bereich wichtig. Achte bitte daher immer auf gepflegte Hände. Denn Du sollst Deine Hände bei jeder Vorstellung zeigen.

 

Headshots sind Porträt-Aufnahmen. Im Internationalen Schauspielbusiness nennt man diese „Actors Headshots“.

 

Hero ist die Hauptperson in einem Spot. Quasi der Hauptdarsteller oder die Hauptdarstellerin.

 

I :

 

Imagefilm - Hier wird eine Marke, ein Unternehmen portraitiert. Ein Imagefilm ist wesentlich länger als eine klassische Werbung, die meist nur 20-30 Sekunden dauert.

 

K:

 

Konkurrenz solltest Du immer angeben. D.h. Konkurrenz-Produkte oder Marken, die Du in den letzten 3-5 Jahren, oder wie von der Casting Agentur abgefragt, beworben hast. Bitte sei hier immer ehrlich, sonst kann es leicht Probleme geben.

 

Konfektionsgröße ist Deine Kleidergröße. Die solltest Du bitte immer im Kopf haben, genauso wie deine wichtigsten Maße.

 

Kundenprovision bekommt die Agentur zusätzlich vom Kunden. Deshalb steht in der Casting-Ausschreibung sehr häufig die Angabe: zzgl. 20% Agenturprovision. Dies hat aber nichts mit deiner an die Agentur zu zahlende Provision zu tun.

 

Künstlersozialkasse - Du bist Künstler? Also Musiker, Schauspieler, Fotograf oder ähnliches? Dann hast du das Recht in die KSK einzutreten. Allerdings gibt es sehr strenge Anforderungen, um KSK Mitglied zu werden, wie z.B. eine bestimmte Höhe von Jahresumsätzen etc. 

Der Vorteil einer KSK-Mitgliedschaft ist, dass der Staat den sogenannten Arbeitgeber-Anteil, also die Hälfte der Kranken- und Sozialversicherungskosten übernimmt. Die KSK ist einzigartig auf der ganzen Welt und nur in Deutschland gibt es diesen Luxus.

 

L:

 

Laufsteg siehe Catwalk.

 

Location ist der Drehort - auch Drehlocation genannt.

 

M:

 

Modelrelease oder auch Model-Vertrag ist die schriftliche Vereinbarung eines Talentes mit dem Fotografen über die Veröffentlichung und Verwendung vom gemeinsam produzierten Bildmaterial. Achte bitte immer gut darauf, was Du hier genau unterschreibst.

 

Medien - Welche Medien können eingekauft werden: TV: Fernsehwerbung / Online: alles was im Netz ist / Print: gedruckte Werbung / POS: Point of Sale, also Werbung im Verkaufsraum / B2B: Business to Business, das sind z.B. Broschüren / Social Media: YouTube, Instagram, Facebook, TikTok etc. / OOH: Out of Home, sprich Außenwerbung im öffentlichen Raum / Kino.

 

Maße solltest Du immer parat haben. In Casting-Sheets wird nach Deinen wichtigsten Maßen gefragt wie Brustumfang, Taille, Hüftumfang, Kopfumfang, Hutgröße und Schuhgröße. Das sind die wichtigsten Maße die du neben Größe und Gewicht immer parat haben solltest.

 

Mood-Bilder werden häufig bei einer Casting-Einladung mitgeschickt. Sie zeigen Dir, wie sich Kunde und Regie in etwa die Darsteller, Darstellerinnen oder Models für das Projekt vorstellen. 

 

Mutteragentur ist die Agentur, von der Du in einem Land exklusiv vertreten wirst. Besonders wichtig ist diese bei international arbeitenden Models. Natürlich kannst du auch andere Agenturen haben, aber am besten immer in Absprache mit deiner Mutteragentur.

 

N:

 

Narben werden im Casting Sheet mit abgefragt. Bitte diese stets angeben, sofern sie sichtbar sind.

 

O: 

 

Option ist deine Verfügbarkeit für einen Job.

Du vergibst die 1. Option, wenn Du uneingeschränkt zur Verfügbarkeit stehst.

Eine 2. Option vergibst Du demnach, wenn Du schon eine Anfrage in diesem Zeitraum hast, hier aber noch keine Entscheidung gefallen ist.

 

Offene Castings werden ebenfalls abgefragt. Dies hat schlicht und einfach etwas mit der Konkurrenz zu tun. Hierzu gibt es ein eigenes Kapitel Konkurrenz.

 

On-Air bedeutet alles, was auf Sendung ist. Sprich: Welche Werbung aktuell von Dir zu sehen ist. Hierbei spielt es keine Rolle, ob dies TV, Kino, oder Print betrifft. 

 

Overtime sind Überstunden beim Job. Bitte notiere Dir Deine Ankunft am Set und auch die Zeit, sobald Du fertig gedreht hast. Es gibt häufig Verträge, da werden Überstunden bezahlt. Und das kann sich dann durchaus für Dich lohnen.

 

P:

 

PPM (Pre Production Meeting) ist der Termin, an dem entschieden wird, wer die Rolle bekommt. Beim PPM wird dem Kunden die Shortlist vorgestellt und dieser hat am Ende dann auch das letzte Wort. Auf einem PPM kann es durchaus hitzige Diskussionen und knappe Abstimmungen geben. Dann entscheiden solch banale Dinge wie die Haarfarbe schon einmal darüber, wer die Rolle tatsächlich bekommt oder eben auch nicht.

 

Piercing werden im Casting-Sheet mit abgefragt. Bitte auch diese stets angeben, sofern sie sichtbar sind. Wenn sich Piercings rausnehmen lassen, dann auch das in der Vorstellung mit erwähnen. Dies kann bisweilen sehr hilfreich sein.

 

Plus Size Model oder Curvy-Model sind Models mit größerer Konfektionsgröße und Maßen als ein Classic Model. 

 

Polas oder Polaroids sind tagesaktuelle Bilder. 

 

Prep Day ist der Probentag. Zumeist ist dieser einen Tag vor dem Dreh. Manchmal gibt es auch mehrere Probentage. Diese Tage werden aber ebenfalls mit vergütet. 

 

Q:

 

Querformat - Deine Videos für ein eCasting nimmst du immer im Querformat auf! Immer. Es sei denn, es ist explizit anders gewünscht. Denn die Casting-Bänder werden nicht auf dem Smartphone, sondern auf einem Bildschirm angeschaut.

 

R:

 

Recall ist die nächste Runde bei einem Casting. Die Regie oder der Kunde kann sich Dich gut im Spot vorstellen, ist sich aber noch nicht zu 100% sicher. Hier will man Dich besser kennenlernen. Sei offen und gut vorbereitet. Denn meist hast Du noch eine Spielszene abzuliefern. 

 

Reisekosten werden in der Regel übernommen. Es gibt aber auch Produktionen, die suchen nur ab einer bestimmten Stadt, um eben diese Kosten einzusparen. Wenn du dann auf eigene Kosten anreisen willst - wunderbar. Aber bedenke hier auch immer, dass am Vortag evtl. ein Fitting eingeplant ist und du dann auch gleich noch ein Hotel benötigst, das zusätzlich Kosten kreiert. Du solltest Dir also vorab genau ausrechnen, ob sich das alles für Dich lohnt und Sinn macht. 

 

Reisetage gibt es meist, wenn es ins Ausland geht. Diese werden größtenteils ebenfalls vergütet. Was wichtig ist, da Du während dieser Zeit keine anderen Jobs annehmen kannst. 

 

Rehearsals sind die Proben. Diese finden entweder vor jeder neuen Szene statt, oder aber es werden separate Prep Days, also Probentage hierfür angesetzt.

 

Requisiten sind nicht zum Spielen da. Bitte verstelle sie auch nicht. Requisiten sind auch nicht zum Essen da, es sei denn, es ist in der Szene erwünscht. Meistens wird das Essen für die Szene künstlich ‚aufgehübscht‘ und sollte daher rein aus gesundheitlichen Gründen nicht gegessen werden. Genauso verhält es sich auch mit anderen Requisiten. Diese haben die Requisiteure mühevoll an den richtigen Platz gestellt. Deshalb solltest du am Set nichts verstellen, verschieben oder umbauen. Und wenn, dann immer nur nach vorheriger Absprache.

 

S:

 

Schnitt und Sprachversionen werden bei Cut Downs erklärt.

 

Standbilder werden zur Dokumentation gerne am Set gemacht. Es kommt aber häufig auch vor, dass diese dann später verwendet werden. Dies sollte aber vertraglich genau geregelt sein.

 

Sperrtermine oder Sperrdaten bitte immer korrekt angeben. Natürlich kannst du in einem bestimmten Drehzeitraum Sperrtage angeben, aber du solltest dir darüber im Klaren sein, dass dies deine Chancen auf den Job verringern könnte.

 

Skype Castings kommen ebenso vor. Meist bei einem Recall. Achte hierbei auch gutes Licht und vor allem auf einen neutralen Hintergrund. Du solltest in Fokus stehen und nicht das Drumherum. 

 

Skript und Storyboard sind die Drehbücher in der Werbung.

 

Sedcard ist deine Visitenkarte bzw. deine Bewerbungsunterlagen. Agenturen arbeiten mit Sedcards, um dich bei Fotografen, Castern und Kunden vorzustellen.

 

Set oder auch Film- oder Shootings-Set ist der Drehort, an dem geshootet oder gedreht wird. Es gibt bestimmte Verhaltensregeln am Set, die Du beachten solltest.

 

Shortlist ist die engere Auswahl für ein Casting. Solltest Du es auf die Shortlist geschafft haben, hast du alles richtig gemacht und die Beteiligten können sich den Dreh mit Dir sehr gut vorstellen. Die Liste wird meist von der Regie oder der Produktion erstellt, um diese dann dem Kunden beim PPM vorzustellen. Nach Bekanntwerden der Shortlist gibt es häufig noch einen double-check. Diese Rückfragen sind zeitnah via Email zu beantworten (Drehzeitraum, Gage & Buyout, Konkurrenz etc.). Um aber überhaupt auf die Shortlist zu kommen, denk im Vorfeld immer daran, Dein Casting komplett und inkl. Spielszenen, Vorstellung, Casting- Sheet und tagesaktuellen Polas abzugeben. Denn die Casting-Agentur leitet nur vollständige Unterlagen an die Regie/Produktion weiter. Solltest Du es leider nicht auf die Shortlist geschafft haben, halte die Option dennoch so lang, bis die Agentur diese Option löst.

 

Styling ist die Kostümabteilung. 

T:

 

Territorium sind die Länder, für die das Buyout eingekauft wird. 

D-A-CH steht für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Je mehr Länder beinhaltet sind, umso höher sollte auch das Buyout sein. Bedenke aber, dass es durchaus auch Buyout Pakete gibt, die mehrere Länder bereits einschliessen.

 

Tattoos werden im Casting Sheet abgefragt. Bitte immer angeben, sofern diese sichtbar sind. Und wenn diese sichtbar sind wie z.B. an den Armen, dann kannst du gerne ein Bild mitschicken oder es in der Vorstellung kurz erwähnen und zeigen. Dies dient dazu, böse Überraschungen am Set zu vermeiden, auch da das Abschminken von Tattoos zusätzliche Zeit und spezielles Make-Up erfordert.

 

Tagesgage - Eine Gage kann stundenweise, halbtageweise oder tageweise berechnet werden. Ein Tag umfasst meistens neun Stunden (inkl. 1 Stunde Pause). Ein halber Tag wird mit ungefähr vier bis fünf Stunden angesetzt. Alles, was über die Zeit hinaus geht, wird dann mit einem Stundensatz vergütet.

Überstunden sollten vertraglich festgelegt sein und natürlich auch, wie lang ein Arbeitstag dauert. Es gibt Drehtage die haben einen 10- oder 11-Stunden-Tag. Das ist von Produktion zu Produktion total unterschiedlich und sollte daher vorher abgesprochen und vereinbart werden. 

 

Testshooting oder auch TFP Shooting: TIME for SHOOTING. Hier bekommst du als Model keine Gage. Der Fotograf arbeitet für sein Portfolio oder aber um seine Skills zu trainieren, etwas auszuprobieren oder in eine experimentellere Richtung zu gehen. Das Model bekommt die Bilder ebenfalls für die Mappe. 

Die Bilder dürfen nicht kommerziell genutzt werden. Achte daher darauf, hier nichts zu unterschreiben, wo du die Rechte an Deinem Bild für kommerzielle Nutzung abgibst.

 

Typveränderung - Solltest Du die Harre abschneiden, färben oder den Bart abrasieren oder Dir einen wachsen lassen, dann solltest Du dies Deiner Agentur mitteilen. Am besten lässt Du auch gleich neuen Polas von Deinem neuen Look machen. Nur so kann Deine Agentur Dich wieder bestmöglich für Jobs vorschlagen und es gibt keine bösen Überraschungen am Set.

U:

 

Unterkunft - Solltest Du eine Unterkunft in anderen Städten haben, dann teile auch dies Deiner Agentur mit. Das wird dann besonders interessant, wenn bei einem Job keine Reise- oder Hotelkosten gezahlt werden können.

V:

 

Vertrag - Bitte bleibe von Anfang an am Ball, Deine Verträge pünktlich zu bekommen. Sei es der Vertrag mit der Agentur oder aber Verträge für Jobs und Shootings. Gewöhne Dir auch an, eine gewisse Struktur in das Ablagesystem Deiner Verträge zu bringen, damit Du jederzeit Zugriff auf deine Unterlagen hast.

 

Verfügbarkeit - siehe Option.

 

W:

 

Wettertage oder Wetter Reserve kommen vor, sollte der Spot in Freien gedreht werden. Für Wettertage solltest Du ebenfalls eine 1. Option vergeben. Solltest Du nicht können, musst Du dies dann auch auf dem Casting-Sheet vermerken. 

Z:    

 

Zeitraum - siehe Drehzeitraum.

 

Zusage - Diese erklärt sich ganz von selbst und hierüber freuen wir uns doch am meisten. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Job!

 

Das war mein kleines Commercial-ABC und ich hoffe, ich konnte hier einige offene Fragen beantworten.

Falls Du noch etwas vermissen solltest, schreibe mir gerne.

Habe ich was vergessen? Schreib mir und ich ergänze es sehr gerne.